Der Atem als Weg zu uns selbst
Unser Atem begleitet uns ein Leben lang und reagiert unmittelbar auf das, was wir erleben. Bewusst eingesetzt kann er weit mehr sein als etwas, das ganz selbstverständlich geschieht: Er kann uns helfen, mit unserem Körper, unseren Gefühlen und unserem inneren Erleben tiefer in Kontakt zu kommen.
Auf dieser Seite findest du weiterführende Informationen zu Breathwork, intensiviertem Atem und der Art, wie wir damit arbeiten. Wenn du dich für unsere begleiteten Atemsessions oder die AtemWelle – unseren Breathwork-Tagesworkshop – interessierst, findest du alle Informationen auf unserer Breathwork-Seite.
Breathwork ist ein Sammelbegriff für unterschiedliche Formen der bewussten Arbeit mit dem Atem. Dabei kann der Atem auf ganz verschiedene Weise eingesetzt werden: ruhig und regulierend, um Entspannung und innere Stabilität zu unterstützen, oder intensiviert, um tiefere körperliche, emotionale und manchmal auch spirituelle Erfahrungsräume zu öffnen.
Entsprechend vielfältig sind die Formen von Breathwork. Sie reichen von jahrhundertealten Atempraktiken aus Yoga und Meditation über körper- und psychotherapeutisch geprägte Ansätze bis hin zu modernen Formen intensiver Atemarbeit. Methoden wie das Holotrope Atmen oder verschiedene Formen des verbundenen Atmens nutzen den Atem dabei gezielt, um veränderte und teilweise sehr intensive Erfahrungsräume zu ermöglichen.
So unterschiedlich diese Ansätze auch sind, gemeinsam ist ihnen der bewusste Umgang mit einem Vorgang, der normalerweise ganz von selbst geschieht: unserem Atem. Er wird bewusst genutzt, um Einfluss auf unser körperliches und inneres Erleben zu nehmen. Welche Form dabei hilfreich ist, hängt davon ab, was wir mit dem Atem unterstützen möchten.
Neben dem Holotropen Atmen ist die geführte Breathwork für uns zu einer wertvollen Form intensiver Atemarbeit geworden. Während beim Holotropen Atmen jeder Mensch seinen Atemrhythmus weitgehend selbst findet und dem eigenen Prozess folgt, gibt die geführte Breathwork mehr Orientierung. Dabei wird auch ein bestimmter Atemrhythmus vorgegeben. Dies ist für viele Menschen besonders hilfreich, um erste innere Hürden zu überwinden und sich leichter auf die Tiefe des eigenen Atemprozesses einzulassen.
Bei aller Orientierung und Anleitung folgen wir keiner fixen Vorstellung und geben dem individuellen Prozess keine starre Struktur vor. Wir versuchen auch nicht, einen bestimmten Zustand oder eine möglichst intensive Erfahrung herbeizuführen. Jeder Mensch bringt etwas anderes mit und jeder Atemprozess kann sich frei in seine ganz eigene Richtung entwickeln. Für uns bedeutet Begleitung deshalb vor allem, aufmerksam wahrzunehmen, was geschieht, und den jeweiligen Prozess dort zu unterstützen, wo er sich entfaltet. Manchmal braucht es dafür Nähe und Halt, manchmal einen Impuls und manchmal vor allem Raum.
Eine wichtige Rolle spielt für uns die körperorientierte Begleitung. Gefühle und innere Prozesse zeigen sich beim intensivierten Atmen häufig unmittelbar im Körper – in Bewegungen, Spannungen und unterschiedlichen Formen des Ausdrucks. Durch achtsame und angemessene Impulse am Körper können wir das in Fluss bringen, was im Atemprozess sichtbar und spürbar wird: Spannungen können sich lösen, zurückgehaltene Bewegungen und Gefühle können Ausdruck finden und etwas, das vielleicht lange festgehalten wurde, kann wieder lebendig werden.
Zu einer intensiven Atemerfahrung gehört für uns immer auch die Integration. Nach einem intensiven Prozess braucht es Zeit, um nachzuspüren und das Erlebte nachklingen und wirken zu lassen. Im geschützten Rahmen des Workshops kann auch der Kontakt mit den anderen Menschen dabei unterstützen, die Erfahrungen aus den Atemprozessen zu integrieren und ihnen Raum zu geben.
Denn entscheidend ist für uns nicht allein, was während einer Atemsession geschieht, sondern vor allem auch, was davon im weiteren Leben seinen Platz finden kann.
Eine wesentliche Grundlage unserer Arbeit mit intensiviertem Atem ist das Holotrope Atmen. Es wurde von Stanislav und Christina Grof entwickelt und verbindet eine vertiefte und beschleunigte Atmung mit speziell ausgewählter Musik und einem geschützten Rahmen. Dabei können veränderte Bewusstseinszustände entstehen, in denen körperliche und emotionale Erfahrungen besonders intensiv und unmittelbar erlebt werden können.
Eine besondere Qualität dieser Arbeit liegt für uns darin, dass intensivierter Atem dazu beitragen kann, unsere gewohnten Kontrollmechanismen behutsam zu lockern und damit Erfahrungsräume zu öffnen, die uns im alltäglichen Bewusstseinszustand weniger leicht zugänglich sind.
Seit fast 20 Jahren begleitet uns das Holotrope Atmen in unserer eigenen Erfahrung und in der Arbeit mit anderen Menschen. In dieser Zeit haben wir immer wieder erlebt, welche Tiefe Atemprozesse entwickeln können, welche heilsamen Prozesse sie anstoßen können und wie wichtig zugleich ein sicherer Rahmen, eine achtsame Begleitung und das Vertrauen in den individuellen Prozess eines Menschen sind.
Diese Erfahrungen bilden bis heute eine wesentliche Grundlage unserer heutigen Arbeit mit geführter Breathwork.
